The History Of ...

THE HISTORY OF

DARSBERG

OPEN AIR

 

Wie alle großen Ereignisse, hat auch das Darsberg Open Air eine Vorgeschichte - ob diese richtig interessant oder wenigstens ein bissel amüsant ist, überlasse ich den Lesern. Erzählen werde ich sie aber auf jeden Fall ...

Es war einmal in einer kalten Winternacht des Jahres 1999 auf dem verschneiten Darsberg. Da hockten Achim und Roland bibbernd vor ihren Tassen, aus denen der Dampf heißen Tees emporstieg (vielleicht waren es aber auch ein paar Flaschen Bier und das Zimmer war gut geheizt, man weiß es nicht genau). Auf jeden Fall hatten die beiden Jünglinge den ganzen Tag an einem neuen Song gebastelt, den sich Roland für seine Kapelle Borderline ausgedacht hatte. Zur Veredelung des Musikstücks war zwar ein fetziges Orgel-Solo von Achim eingeplant, aber dazu kam es nie - stattdessen verlor man sich völlig in der Idee, den Song irgendwann einmal gemeinsam auf einer Bühne und vor reichlich Publikum zu präsentieren ...

Im September 1999 fand zum ersten Mal die Darsberger Kerwe in der alten Scheune von Bandenkönig Jörg statt, und war ein voller Erfolg. Kein Wunder, denn in besagter Scheune entsteht fast automatisch eine urige und gemütliche Atmosphäre, in der sich jeder schlagartig wohlfühlt und am liebsten gleich dort einziehen würde. Daran erinnerte sich Roland, als er Achim den Gedanken unterbreitete, daß man dort doch auch mal ein Rock-Konzert mit Borderline und Achim's Gruppe Booty Jam veranstalten könnte. Die Idee war gut und so wurde sie weitergetragen an alle, die auch etwas dazu zu sagen hatten. Und so kam es zum legendären, ersten Kerwe-Rock in Darsberg ...

Ursprünglich hatten die Bandenkönige, die fortan als Veranstalter in Erscheinung treten sollten, geplant, die Bewirtung einem oder allen örtlichen Vereinen zu überlassen und selbst nur faul den Eintritt zu kassieren. Aber daraus wurde nichts, denn der Vorschlag kam bei den Angesprochenen nicht gut an, aber aufgeben wollte man die Idee auch nicht so schnell. Flexibel wie sie sind, zogen die Kegelbrüder flugs Plan B aus der Schublade und übernahmen selbst die Bewirtung - die Idee, Eintritt zu verlangen, wurde umgehend verworfen ...

Kerwe-Rock Nr.1 (am 1. September 2000 mit den Bands Borderline und Booty Jam ) war auf Anhieb ein Erfolg, so daß ein satter Gewinn auf beide Bands und die Kegelkasse verteilt werden konnte. Es hagelte Lob und Anerkennung von allen Seiten, und die Schultern der Bandenkönige wurden beinahe wundgetätschelt. Bereits am 2. September stand die Neuauflage der Veranstaltung im Jahr 2001 fest ...
2001 lief es schon etwas professioneller ab - man hatte im Jahr zuvor vieles gelernt und setzte das nun in die Tat um. Neben Borderline hatte man die in unseren Breiten beliebte und geschätzte Band Blues News engagiert, und das zahlte sich aus. Zahlreiche Besucher versammelten sich in und vor der Scheune, und vor der Theke wurde es häufig ziemlich eng. Aber das bescherte auch einen hohen Umsatz und damit fetten Gewinn - beide Kapellen wurden fürstlich entlohnt, und auch die Kegelbrüder waren tagelang später noch nur mit einem breiten Grinsen zu sehen ...
Natürlich gab's auch 2002 wieder einen Kerwe-Rock, der als Akteure "Borderline with friends & special guests " ankündigte. Roland's Band hatte eine ganze Reihe von befreundeten Musikern mitgebracht, die durchweg mit gelungenen Solo-Einlagen glänzten. Dennoch schien es, als ließe das Interesse am Kerwe-Rock nach - die Kassen konnten jedenfalls nicht mehr prall gefüllt werden. Es wurde Zeit für neue Ideen ...
2003 wollte man es mal mit anderen Bands versuchen und konnte Voice Factory , Regen und Airspoon für den Abend gewinnen. Das lockte nun wieder mehr Besucher an, brachte auch mehr ein, konnte aber noch nicht wieder an den Erfolg von 2001 anknüpfen. Überlegungen, ob man sich eventuell mal einen Top-Act mit Fest-Gage leisten solle, kamen auf. Leider wurde diese Idee bereits im Keim erstickt, denn es wurde uns die Kunde zugetragen, daß es 2004 keine Darsberger Kerwe (und somit auch keinen Kerwe-Rock) geben würde ...
Der erste Schreck war vorbei, als klar wurde, daß die Darsberger keineswegs das Feiern ansich einstellen und fortan nur noch Trübsal blasen wollten - statt der Kerwe sollte das anstehende Jubiläum­ "675 Jahre Darsberg " umso doller begangen werden. Und sogar eine Einlage mit Rockmusik hatten die Verantwortlichen vorgesehen - allerdings stellte man sich das einfacher vor als es letztendlich war. Jedenfalls konnte man nicht so ohne weiteres mit den Instrumenten auf den neugestalteten Dorfplatz umziehen - bei schönem­ Wetter wäre es eventuell machbar gewesen, aber was, wenn es regnen sollte ? Also stand recht schnell fest, daß es ohne überdachte Bühne nicht funktionieren würde. Damit waren aber hohe Kosten verbunden, die in einem Rahmen wie die bisherigen Kerwe-Rock-Veranstaltungen wohl nicht zu decken sein würden. Man würde Musikgruppen brauchen, deren Zugkraft erheblich höher wäre als die der Bands, die bislang auftraten. Aber damit entstanden wiederum Kosten - des Rätsels Lösung schien die Ausweitung auf zwei Tage Programm zu sein. Mit diesen neuen Erkenntnissen gingen die Bandenkönige in die Planungsphase ...
Das Hauptproblem war in der Tat die Bühne - man kann sich sowas zwar irgendwo ausleihen, aber bei den Preisen zuckt man doch gewaltig zusammen. Na gut, könnte man denken, dann zimmert man sich selbst etwas aus alten Wasserleitungsrohren und Brettern vom Bau zusammen - aber das geht auch nicht. Sicherheitsauflagen von allen Seiten sprechen dagegen und verbieten derart abenteuerliche Konstruktionen klar. Voller Verzweiflung wendeten sich die Kegler an den Überdachungsspezialisten Siegfried Beisel in Neckarsteinach - doch der lehnte zunächst (wegen der o. g. Auflagen) dankend ab. Erst als die Bandenkönige statt einer kompletten Bühne eine Überdachung für bereits vorhandene (und TÜV-abgenommene) Bühnenelemente in Auftrag gaben, machte sich der Meister ans Werk. Die Planungen für das Festival konnten also weitergehen ...

(Banner anklicken und zu den Bildern / den Bericht vom DOA 2004 gehen) 

Nun galt es, geeignete Bands für das erste Darsberg Open Air zu finden - im Nachhinein betrachtet war es aber wohl eher so, daß die Bands die Veranstaltung fanden. Uwe, auch ein Bandenkönig, traf während seiner Kur Hartmut, den Sänger der Hamburger Band Second Service und engagierte diese noch während einer Fango-Packung. Borderline boten sich auch wieder an, ebenso wie die Band One Way , die gerade neu gegründet worden war. Die New Phantoms , deren Bandgeschichte bereits in den 60's als Phantoms beginnt, bekundeten ebenfalls Interesse, und die Darsberger Nachwuchs-Rocker von den Rockkids waren sowieso schon eingeplant. Fehlte nur noch ein Headliner, über den man sich nicht so schnell einig wurde. Schließlich nickten alle beim Namen Cheap Purple , die einen sehr guten Ruf haben und allerorts wegen ihrer genialen Deep Purple-Show gelobt werden. Ärger gab es nur mit einer Formation (den Namen nenne ich nicht schon wieder), die offenbar mit ihrem Programmplatz unzufrieden waren. Nach endlosen Zickereien sagten die Herrschaften schließlich drei Tage vor der Veranstaltung ab - da konnte noch nicht mal mehr ein Ersatz gefunden werden, vielen Dank ! Glücklich damit waren wohl nur die New Phantoms , denen so die Möglichkeit gegeben wurde, ihr komplettes Programm zu präsentieren ...
Das erste Darsberg Open Air war finanziell ein Mißerfolg, obwohl den Bandenkönigen von allen Seiten beurkundet wurde, klasse Arbeit geleistet zu haben. Zugegeben, das macht mächtig stolz, aber bekanntlich wird man vom Händeschütteln nicht satt. Gut, die Kegelbrüder mußten nicht hungern, aber trotzdem war man von der Resonanz auf die Veranstaltung enttäuscht. Was folgte, war eine sachliche Analyse, was man selbst falsch gemacht hatte und was man in Zukunft besser und billiger hinkriegen könnte. Damit stand irgendwie auch schon fest, daß man zumindest noch einmal einen Versuch wagen wollte ...
Fest stand von Anfang an, daß man eine Veranstaltung dieser Größe nicht mit fünf (teilweise lädierten) Mann plus einer Handvoll Helfer durchziehen konnte - zu viele Aufgaben mußten bewältigt werden, und zu vieles ging im Trubel unter. Wenn es ein 2. Darsberg Open Air geben würde, dann nur in Zusammenarbeit mit einer Truppe, die ebenso engagiert wie die Kegler selbst ans Werk gingen. Allererste Adresse war die Freiwillige Feuerwehr Darsberg , die bereits beim ersten Versuch schon jederzeit mit Rat und Tat zur Stelle waren - und das mit einer ehrlichen Hilfsbereitschaft, wie man sie selten findet. Und auch bei der Anfrage der Bandenkönige gab es kein Zögern - das DARSBERG OPEN AIR 2005 wurde eine Gemeinschafts-Produktion von Feuerwehr und Keglern ...

(zum DOA 2005)

Im Februar 2005 legten wir mit den Planungen los - Grundlage für die Gestaltung des 2. Darsberg Open Air war mehr oder weniger die Pannenliste des ersten Festivals. Wir wollten aber nicht nur vieles besser machen als beim ersten Mal, sondern auch qualitativ eine Schippe drauflegen. Und in der Tat waren diesmal die Plakate schon um einiges einprägsamer und es konnten deutlich mehr Sponsoren gefunden werden. Das Abfüttern der Rock-Fans (gegen Bares) übernahmen wir diesmal selbst und mit dem neuen Festivalgelände hatten wir - nach anfänglicher Skepsis - eine gute Wahl getroffen. Nicht so gut war dagegen die Programmplanung - besonders am Freitag hatten wir wohl eine Band zu viel, obwohl man im Nachhinein auf keine Gruppe hätte verzichten wollen. Egal ob ZODIAC ARREST , THE STETSON 5, TROUBLE EXPERIENCE oder THE RAZORBLADES - musikalisch war alles vom Feinsten. Der heftige Regenschauer und die zeitlichen Verzögerungen gefielen dagegen kaum jemandem. Mit deutlich besserem Wetter starteten wir in den zweiten Tag und wunderten uns etwas, warum sich Darsberg immer mehr mit Autos (allerdings ohne Wohnwagen) aus Holland füllte - die Erklärung war jedoch einfach : die Insassen kamen, um ihren Landsmann JULIAN SAS und seine BAND bei uns zu sehen und - vor allem - zu hören. Es war uns nämlich gelungen, den Supergitarristen aus unserem Nachbarland für das einzige Konzert dieses Sommers zu uns auf den Darsberg zu locken. Aber auch DR. TED & DIE TIGER zogen viele Fans an, und selbst die Nachwuchsrocker von ROCK THE CUBE brachten eine ganze Schar von Anhängern mit - es wurde ein durch und durch perfekter Tag. Ein abwechslungsreiches Musikprogramm auf hohem Niveau bei bestem Wetter und einer Wahnsinnsstimmung wurde mit dem sensationellen Auftritt der JULIAN SAS BAND in den Stand eines "unvergesslichen Erlebnisses" erhoben. Es hagelte Lob und Anerkennung von allen Seiten ...
Trotz bester Kritiken von allen Seiten blieb auch das DARSBERG OPEN AIR 2005 eine "brotlose" Veranstaltung, denn noch immer gab es keinen Jubelausbruch unserer Finanzabteilung. Sicher war zum Teil das Wetter und der badengegangene Zeitplan am Freitag ein Grund für fehlende Euros bei der Endabrechnung. Aber es waren auch weder alle Möglichkeiten bei potentiellen Sponsoren ausgeschöpft worden, noch hatten wir scharf genug in der Vorbereitung kalkuliert. Das hatte man auch bei unseren Mitveranstaltern von der Feuerwehr Darsberg erkannt und die Konsequenzen gezogen - die Bandenkönige standen wieder alleine da. Nach einigen Gesprächen mit Freunden und Bekannten zeigte sich aber, daß ein DARSBERG OPEN AIR 2006 trotzdem durchaus möglich war ...

(Zum DOA-2996-Bericht banner anklicken)

Mit einem erweiterten Team (stellvertretend seien hier Conny, Petra und "Dackel", sowie Doris und Otto genannt) gingen wir im Frühjahr 2006 an die Arbeit. Inzwischen hatten wir uns eingestanden, daß wir vom Konzept "Free Concert" verabschieden müssen - andererorts mag das durchaus funktionieren, bei uns klappte es aber nicht. Dabei ging es uns gar nicht so sehr um die zusätzlichen Einnahmen (über die Sponsoren waren reichlich Frei-Tickets im Umlauf), sondern viel mehr darum, den potentionellen Besuchern etwas in die Hand zu geben (die Eintrittskarte), das sie daran erinnern sollte, das Festival auch wirklich zu besuchen. Es war uns nämlich immer noch unverständlich, daß viele Leute (auch aus dem eigenen Bekanntenkreis) das Darsberg Open Air mieden wie Vampire die Sonne - und das bei einem bisher kostenlosen Programm, das qualitativ wohl alles im weiteren Umkreis überragte ...
Die Tatsache, daß die Open-Air-Festivals 2004 und 2005 finanziell eher ein Verlustgeschäft waren, zwang uns zum Sparen bzw. zur Festsetzung einer Ausgaben-Obergrenze. Das schloß natürlich auch die Gagen ein, die wir zahlen konnten - dennoch gelang es uns mit DIE CHEFS (die beste Comedy-Rock-Show weit und breit, und das nicht nur in unseren Gefielden) und FIRST CHILD (mit Frontfrau Catherine, die mit "Souvenirs" eine sensationelle Debut-CD vorlegte und getrost als die neue deutsche Hoffnung in Sachen Hardrock bezeichnet werden kann) zwei TOP-Headliner zu verpflichten. Daneben präsentierten wir nur drei weitere Bands (JUST FREE, THE MYKELLS und REDIAL), denn besonders 2005 (insgesamt 7 Bands) war das Programm doch etwas zu dicht, und es gab leider reichlich Probleme im Zeitplan.

Der Ablauf klappte dann auch um einiges besser, und auch der Plan, daß der Freitagabend attraktiver werden muss, ging - dank der CHEFS - auf. Leider wirkte sich das aber anscheinend negativ auf den Samstag aus - es kamen deutlich weniger Besucher als die beiden Jahre zuvor. Daß es - wegen eines kräftigen Regenschauers am Nachmittag - abend unerwartet kühl geworden war, ist sicher ein Grund für die fehlenden Besuchermassen, aber sicher nicht der einzige. An mangelnde Qualität wollen wir auch nicht glauben, ebenso wenig wie an einen zu hohen Eintrittspreis (7 € für 2 Tage ist nun wahrlich keine Beutelschneiderei). Kurzum, es findet sich keine zuverlässige Antwort, warum wir wieder hinter den eigenen Erwartungen zurück geblieben sind. Dennoch war das OPEN AIR 2006 unter'm Strich keine Veranstaltung, die man in die Schublade "Draufleger-Geschäft" stecken muss - es blieb ein bescheidener Gewinn übrig, der aber dann doch in keinem Verhältnis zur Arbeit, die geleistet werden musste, stand. Alles in allem hat es über die drei Jahre "DARSBERG OPEN AIR" eine Menge Spaß gemacht, aber letztendlich bleibt auch eine Menge Frust. Nach intensiver Beratung kamen wir schließlich zu dem Ergebnis, daß ein Open Air 2007 nur wenig Sinn macht. Wir hoffen, daß Ihr dafür Verständnis habt ...

Inzwischen sind wir immer wieder nach einer Fortsetzung der DARSBERG OPEN AIR-Reihe gefragt worden, aber leider wird es das vermutlich im bekannten Format nicht geben können - das Gelände am Kindergarten ist durch dessen Ausbau leider zu klein und auch zu schwer zugänglich geworden. Und leider werden auch wir nicht jünger ... 

 



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