Am Plattesee ...

UNSER KEGELAUSFLUG NACH

U N G A R N

mit dabei:

Sandra (einzige Frau, unser aller "Schatz" und Nicht-Bandenkönigin) mit Achim,

Kissy, Uwe, M-Fein, Haucki & Rolle

 

Eigentlich lassen sich die Bandenkönige bei ihren Reisen chauffieren - jedenfalls war das bis zum Kegelausflug nach Ungarn so. Aber dann kam Achim in die Mannschaft, und der hat Flugangst ("Fliegen? Ohne mich! Jeden Tage stürzen hunderte von Flugzeugen ab!"). Wir erinnerten uns an unsere Schiffsreise nach Oslo 1989 und zogen etwas in dieser Art in Erwägung - ging aber auch nicht: "jeden Tag sinken unzählige Schiffe auf Flüssen und auf dem Meer!". O.k. - dann fahren wir halt mit dem Auto!? "Das ist gut - und da kann 100%ig auch nix passieren ..."

    

Nach intensiver Beratung kamen wir zu der Überzeugung, daß die Gegend am Plattensee in Ungarn bestimmt ein lohnendes Ziel ist. Achim fand das auch gut und stellte uns bald einen Bekannten vor, dessen Familie in der Nähe von Siofok ein preiswertes Ferienhaus besitzt. Dorthin reisten wir schließlich mit zwei Fahrzeugen über Österreich (das ich eigentlich nie wieder besuchen wollte, aber eine Alternativ-Strecke um Österreich herum wurde von der Mehrheit abgelehnt). Letztendlich kamen wir in Siofok an und zu einer Bude, die nicht unseren Vorstellungen entsprach (nichts war vorbereitet und auch sonst galt nichts mehr, was vorher versprochen war - der günstige Mietpreis galt nicht für das komplette Haus pro Woche, sondern pro Quadratmeter am Tag (oder so ähnlich). Es war schlicht ein Unding, und wir "kratzten die Kurve" ...

 

Nach einer kurzen Erkundungsfahrt durch Siofok meldete sich unaufgefordert ein Eingeborener und bot uns - auch preiswert - eine komplette Ferienwohnung an, in der wir alle unterkommen würden, und die auch noch recht nah am Zentrum lag. Kissy war sehr skeptisch und traute dem Burschen nicht über den Weg, was aber unbegründet war. Unser Vermieter war einfach nur geschäftstüchtig und wusste, wo man suchende Touristen aufspürt. Wir hatten nun unsere wirklich preiswerte Unterkunft und konnten echt zufrieden sein ...

 

Nachdem wir uns richtig eingenistet (und die Familie in das alte Nebenhaus verdrängt) hatten, stand einer Woche Halligalli am Plattensee nichts mehr im Weg. Leider hatten wir den Termin für den Ausflug derart ungünstig gelegt, daß wir sozusagen zwischen den Saisons lagen. Oder mit anderen Worten: es war hier so gut wie nix los ! Wir waren unter Rentnern, die sich bestenfalls mal zu einem Spaziergang aufbrachen - nix mit Saufgelage in der Disco oder sowas. Zum Glück gab's wenigstens die Fussball-WM - und an Baden war auch nicht zu denken (es war nämlich auch noch zu kalt). Trotzdem machten wir das Beste aus der Situation, gingen häufig in Kneipen, aßen und tranken, während wir unseren nationalen Kickern zuguckten und hatten jede Menge Spaß ... 

 

Falls die/der verwunderte Leser nun glauben sollte, unser Kegelausflug an den Balaton (= Plattensee),l habe zu 99% aus "Fressen" und "Saufen" bestanden, dann irrt sie/er aber gewaltig - es wurde auch viel "gepennt" und recht häufig "gezockt". Die letztgenannte Aktivität funktionierte aber immer nur dann, wenn Achim sich vom Spieltisch fernhielt. Irgendwie kam er nie mit den Regeln klar - er spielte ungewollt falsch, plapperte raus, was man nicht sagen darf oder vermasselte dem sicheren Gewinner kurz vor Ende der Runde die Tour. Es war einfach zum K. ...

 

Wesentlich sicherer war Achim beim Einkaufen, was aber auch keine Kunst war. Ungarns Angebot an leckeren Nahrungsmitteln besteht aus weit mehr als Paprika und Knoblauch - in der Markthalle unweit von unserem Domizil gab es viele feine Sachen. Deshalb konnte man dort eigentlich nie reinlatschen, ohne einem Bandenkönig zu begegnen. Aber auch in anderen Fress-Tempeln hockten immer ein oder mehrere Kegler. Wenn wir es nicht selbst gewesen wären, dann hätten wir uns wohl im Laufe der Zeit wohl nicht mehr sehen können ...

 

Was von den eingekauften Lebensmitteln nicht als Mitbringsel für zuhause gedacht war, wurde in aller Regel sofort gefuttert und gesoffen. Dabei wurde bereits überlegt, wo man heute abend hingehen könnte - zum Essen! Kissy hatte als einziger mal einen anderen Einfall: eine Schifffahrt auf dem See. Dafür wurde er sehr gelobt, und es sah so aus ob es nun doch noch so etwas geben würde, das man als Aktivität bezeichnen konnte. Leider hat noch nicht mal das geklappt - dafür gingen wir an der Promenade entlang und kauften uns billige Sonnenbrillen und gefälschte Uhren ...

 

Sandra spülte Geschirr, kochte Kaffee und erledigte andere Arbeiten in der Küche - kein Wunder, daß sie zu "unser aller Schatz" wurde - und das ist ganz ehrlich gemeint. Als Achim darauf bestand, daß seine Lebensabschnittsgefährtin mitkommen soll, hatte nicht nur ich ein unangenehmes Gefühl (eine Frau unter sechs Männern - kann das gutgehen ?), aber im Nachhinein muss ich zugeben, daß Sandra sich prima in die Gruppe einfügte, über manche Macho-Kommentare gnädig hinwegging oder manchmal sogar milde lächelte ... 

  Letztendlich traten wir nach einer Woche wieder die Heimreise an - zwar waren wir nicht wirklich zur Höchstform aufgelaufen, was das Thema Aktivitäten bzw. sinnvolle Freizeitgestaltung betraf, aber keiner der Teilnehmer war wohl enttäuscht von diesem Kegelausflug. Allerdings nahmen wir uns fest vor, bei der nächsten Reise mehr zu unternehmen ...

 



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